Ein spielbares Kunstwerk

Trine Teaser

Nachdem ich schon lange ein Auge auf Trine geworfen hatte, mir es aber auf Steam mit 20 € für einen reinen Download immer zu teuer war (dass es das auch als Retail-Version gibt, hab ich gar nicht mitbekommen), konnte ich im Dezember vergangenen Jahres zu einem äußerst günstigen Preis endlich zugreifen. Gott, was bin ich froh, dass ich diese Perle mein eigen nennen darf. Es ist großartig. Es ist so großartig, dass ich keine Wall of Text verfasse, sondern nur kurz die Dinge darlege, die das Spiel für mich ausmachen.


Trine stammt vom Entwickler Frozenbyte (Shadowgrounds, Shadowgrounds Survivor) und ist im Grunde ein Platformer mit Action- und Rätselelementen. Das klingt nach Standard, ist es aber nicht. Statt wie beispielsweise bei Mario einfach nur geschickt seine Figur durch diverse Level zu manövrieren bietet Trine drei verschiedene Charaktere mit jeweils eigenen Fähigkeiten, die man einsetzt, um Hindernisse zu überwinden. Im Detail sind das die Diebin, die mit Pfeil und Bogen ausgerüstet ist und sich mittels Seil an hölzernen Plattformen festhalten kann, um sich bspw. über Schluchten hinwegzuschwingen, der Magier, der Kisten und Planken herbeizaubern sowie vorhandene Gegenstände bewegen kann, und der Krieger, der für den Nahkampf die erste Wahl sein sollte. Die Fähigkeiten des Einzelnen auszunutzen ist dabei der Kern des Spiels, denn die Entwickler bieten dadurch, dass jederzeit zwischen den Charakteren gewechselt werden kann, an den meisten Stellen die Möglichkeit, auf verschiedene Arten weiterzukommen. Das bringt einen dann schon dazu im linearen Levelablauf, die eigene Kreativität etwas zu missbrauchen. Nicht zuletzt ein Grund, warum Trine mich überzeugt.

Was mir aber auch sehr gut gefällt, ist die malerische Kulisse. Man bewegt sich im Laufe des Spieles durch wunderbar märchenhaft anmutende Level, wie z.B. einen Drachenfriedhof, einen Wald und eine Ruine. Zusammen mit dem äußerst gelungenen Soundtrack kommt ein wunderbares Flair auf. Zuträglich ist auch die außerordentlich gute Synchronisation der drei Charaktere und des Erzählers. Im Ladebildschirm eines jeden Levels vermittelt der Erzähler die Story der drei Charaktere, die durch das magische Artefakt, das Trine, zusammengefunden haben und vorerst gemeinsame Wege gehen müssen. Die Geschichte wirkt dabei ebenso märchenhaft wie die Kulisse.

Das Spiel ist tatsächlich in letzter Zeit einer der wenigen Titel, der mich richtig beeindruckt hat. Es passt alles zusammen, es wirkt einfach wie ein Kunstwerk, in das die Entwickler wirklich viel Arbeit gesteckt haben. Sound, Grafik, Gameplay, alles ist aufeinander abgestimmt und macht einfach Freude. Es ist dabei aber so simpel, dass man sich fragt, warum die sogenannten Triple-A-Title keinen solchen Spaß am Spiel mehr wecken können. Bei Titeln wie Trine weiß ich jedenfalls immer wieder aufs Neue, warum das Zocken ein so schöner Zeitvertreib ist.

3 Kommentare

  1. Klingt auf jeden Fall sehr abwechslungsreich. Mit derart verspielt umfang- und abwechslungsreichen Kulissen kann es zwar nicht ganz mithalten, aber „The Lost Vikings“ von Blizzard ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit der spielerische Vorreiter von Trine, galt es da doch, drei Wikinger mit jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten geschickt zum Ende des Levels zu führen. Einer mit Schild zum Blocken, der Zweite bewaffnet und der Dritte mit Fähigkeit zum Rennen und Springen an verschiedenen Hindernissen und Gegnern vorbei. Ziemlich haarig stellenweise, Trial-and-Error aber mit dem typischen Blizzard Humor.

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  2. Ich hab mir vor kurzem die Demo für die PS3 geladen. Allerdings muss ich gestehen, dass diese mir nicht sonderlich zugesagt hat. Die Grafik und das Gameplay fand ich zwar sehr liebevoll gestaltet, aber wirklich umgehauen hat mich die Demo nicht. Mag vielleicht daran liegen, dass es ein wenig Jump’n’Run-feeling versprüht, gemischt mit jeder Menge Fantasy. An sich keine schlechte Mischung und von einer Demo kann man natürlich nicht auf das ganze Spiel schließen, dennoch werde ich es mir wohl nicht zulegen. Dafür gibt es im Moment zu viel, was mir interessanter erscheint ^^“

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  3. @Paladin Fenris
    Hab schon ab und an von dem Game gehört, aber nie wirklich mitbekommen, worum es da geht. Scheint sich ja tatsächlich zu ähneln. Vielleicht schau ich mir das bei Gelegenheit mal an.

    @Sevie
    Du bist nicht die erste, von der ich höre, dass das Spiel nicht überzeugt. Einen Kumpel hab ich das Game auch gezeigt und obwohl ihm die Demo an sich gefallen hat, will er es auch nicht kaufen. Ein wenig schade, da es meines Erachtens wirklich eine Perle unter den Spielen ist.

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