Abteilung Müll

Dieser Text könnte Rage enthalten!
Teilweise bin ich ja zäh, was Spiele angeht. Ich kauf mir manchmal mit Absicht Spiele, von denen ich weiß, sie sind scheiße. Vermutlich nur, um mich selbst zu quälen. Dann gibt es aber auch Spiele, bei denen erwarte ich grundsätzlich nichts, außer vielleicht einige Stunden hirnlosen Spaß. Die hab ich auch nicht selten, weil ich über viele grobe Schnitzer in Games hinwegsehen kann, wenn zum Austausch dafür andere Dinge besser sind. Aber manchmal bringen mich einige Titel so zum Fluchen, dass ich nur allzu gerne etwas zerstören würde. So wie vergangene Nacht bei Section 8 von TimeGate

Ich muss vorab sagen, bevor ich mir Section 8 überhaupt gekauft habe, habe ich den Nachfolger Section: Prejudice gezockt, von dem ich doch recht angetan war. Es ist kein Überkracher, aber bietet eine ganz unterhaltsame Singleplayer-Kapampagne. Die ist zwar nach wenigen Stunden (4 oder 5) abgeschlossen und ist storymäßig alles andere als originell (krasse Bedrohung, muss aufgehalten werden, alle haben Superanzüge, die sie superstark machen), hinterlässt aber keinen faden Beigeschmack nach dem Durchspielen. Ich dachte mir, dass mir der Vorgänger auch ganz gut gefallen könnte. Tja, Pustekuchen…

Section 8 ist mit eines der grottigsten Spiele, die ich in den letzten Jahren gezockt habe. Dass es keine nennenswerte Story gibt, ist zwar dem Umstand zuzuschreiben, dass es primär ein Multiplayer-Game sein sollte, aber es hat ja dennoch einen Modus für Alleinspieler. Nennt sich Corde’s Story. Story. Haha! Witzig. Echt. Diese sogenannte Story besteht daraus, dass man sich als Corde mit ein paar KI-Kumpels durch diverse Maps ballert und dabei irgendwelche Aufgaben erledigt. Lege hier den Schalter um, hack die Konsole dort, blablabla. Klingt bisher alles nach Standard, ist es im Grunde ja auch. Aber interessanterweise hat das Sterben keinen Einfluss auf den Ablauf. Man darf einfach wie im Multiplayer aufs Schlachtfeld zurückkehren. Es gibt also nicht einen verfluchten Grund, warum man irgendwie vorsichtig vorgehen oder auf seine Gesundheit achten sollte. Sterben? Who cares. Während ich wieder spawne kämpfen die KIs fröhlich weiter. Und sowieso braucht man oft gar nicht schießen, einfach bis zum nächsten Kontrollpunkt rennen und tun, was man tun soll. Dann eventuell sterben. Das ist armseligstes Gamedesign aus der Tonne.

Und dann waren die Entwickler auch noch so einfallsreich und haben wunderbar kreative „verteidige dies und das“-Missionen einzubauen. Es kommen also nach und nach Horden von Bots, die einen zu überrennen versuchen. Da hab ich doch immer so viel Spaß dran. Richtig genervt hat mich die Mission, in der es gilt, einen Konvoi zu verteidigen. Die Gegner schießen dauerhaft auf meine zu beschützenden Fahrzeuge, haben Raketentürme und sonstige schwere Waffen und was tun meine KI-Kollegen, während ein Fahrzeug nach dem anderen ausgeschaltet wird? Sie tun so gut wie nichts. Strunzdummes Gesocks. Erschossen gehören die. Ich soll mich also um alles kümmern: Abwehranlagen ausschalten, feindliche Soldaten niedermetzeln und dabei gleichzeitig noch die Fahrzeuge reparieren. Ja super. Wer sich das ausgedacht hat, gehört an die Wand genagelt! Nachdem ich die Missionen vier oder fünf Mal versucht habe und jedes Mal kläglich gescheitert bin, weil ich immer quasi alleine dastand, hab ich das Spiel wutentbrannt von der Platte verbannt. Sollen sich doch andere mit dem Dreck rumschlagen. Hab genug anderes Zeug, das gezockt werden will.

Ich frage mich, wie dieser Haufen Scheiße eine durchschnittliche Wertung von 70 % bei den ganzen Online-Mags abgreifen konnte. Ach stimmt… gut fängt heutzutage ja bei 85+ % an. Schlecht ist alles bis 84,9 %. Blablabla, war natürlich als Multiplayer-Spiel gedacht, aber wenn man schon einen Singleplayer einbaut, dann doch bitte etwas, das es wert ist, gespielt zu werden und nicht so einen Haufen Scheiße. Den Multiplayer hab ich übrigens auch gar nicht ausprobiert. Da bei Section 8: Prejudice schon nie einer auf den Servern zu finden ist (das Game ist in diesem Jahr erschienen…), gibt es beim ersten Teil wohl erst recht keine Spieler mehr. Das ist bei Prejudice zwar schade, weil es Spaß gemacht hat, beim Erstling aber weniger schlimm, weil der „Story-Modus“ einfach nicht dazu anregt, mehr vom Spiel erleben zu wollen. Es gibt einfach nichts Gutes an Section 8. Es ist durch und durch beschissen.

Das letzte Spiel, über das ich mich so aufgeregt habe, war Sin & Punishment 2

5 Kommentare

  1. Sehr amüsant zu lesen, wie du dich gerne mal selbst mit schlechten Spielen quälst xD
    Ich finde Spiele ohne großartige Story auch oft unterhaltsam, weil der Rest einfach Spaß macht. Wenn man hier jedoch dann echt einen Punkt erreicht, an dem man nur gefrustet ist, sollte man es wirklich einfach bei Seite legen.
    Vielleicht hast du ja iiiiirgendwann doch mal wieder Lust drauf. So wie du bei Sin & Punishment 2 geschrieben hattest, hast du das wegen einem blöden Level beiseite gelegt, aber bei erneutem Spielen nach einiger Zeit relativ problemlos geschafft. Vllt einfach mal abwarten… und irgendwann packt dich vllt nochmal der Ehrgeiz es durchzuspielen.
    Un wenn du es geschafft hast, versuch dich nochmal an dem Bosskampf von Sin & Punishment 2 xD
    Vergesse aber auf keinen Fall, davon zu berichten, wenn du wieder ragest xD

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  2. Na ja. Denke jetzt nicht, dass man da zwanghaft weiterspielen sollte. Gibt eben immer Gameplay und Handlung. Ist die Handlung gut, dann kann man auch mal über schlechtes Gameplay hinweg sehen, welches schnell langweilig wird. Es sollte allerdings die Handlung recht früh interessant werden, noch bevor das Gameplay langweilig wird und man das Spiel weglegt. Nervig sollte das Gameplay nie werden – das kann teils dazu führen, dass selbst eine gute Geschichte es nicht Wert scheint, weiterzuspielen.

    Richtig nervig habe ich momentan – da ich nicht viel spiele – nicht wirklich viele Sachen in Erinnerung. Spontan fällt mir da Alpha Protocol ein, welches ich auf PC spielte und „kostenlos“ herunterlud. Lange blieb das aber nicht auf der Festplatte. Nervige Hacking-Minispielchen und automatisches Speichern an voreingestellten Punkten. Dass man Speicherpunkte hat, bei Konsolenspielen(und dann auch auf der PC-Umsetzung), das ist mir ja bekannt. Aber man konnte nicht mal auswählen, nicht zu speichern, sondenr das überspeicherte auch immer automatisch, wenn ich mich recht erinnere. Nervte sehr schnell, schon am Anfang.

    Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass das Gameplay gut ist und die Handlung schlecht, und dass man eher vom Gameplay gefesselt wird. Hatte ich auch schon, aber ist bei mir eher selten und ich spiele dann meist die Spiele doch nicht ganz zu Ende, aber doch oft schon recht weit.

    Wie gesagt aber: Wenn es eben nicht passt, dann nicht weiterspielen. Mehr Mut zum Abbrechen. Ich persönlich spiele glaube ich nicht mal 5 Prozent aller Spiele komplett durch – deshalb kaufe ich auch kaum noch und lade nicht mal „kostenlos“ herunter. Viele spiele ich mal zu 50 Prozent, manche auch zu 80-90. Dann wirds oft langweilig, da das Gameplay zwar gut ist, aber sich dann doch bis dahin abgenutzt hat und/ oder die Schwierigkeit ansteigt und man eigentlich schnell durch will… aber dann doch keine interessante Story oder sonstwas ist und man eigentlich doch auch gleich zum nächsten Game gehen könnte.

    Wundert mich immer wieder, wie Leute so viel spielen können und das alles auch noch durchspielen, nebenher noch arbeiten müssen und sonstwas im Internet machen. Da hat man bei manchen den Eindruck, dass die wirklich nie schlafen. Ich habe viel zu viel andere Sachen im Internet zu tun und selbst wenn ich viel Zeit auf Spiele aufwenden würde, würde schon wieder neue Spiele erscheinen, bevor ich die alten Spiele beendet habe – müsste also sowieso zwangsläufig einfach aufhören und zum nächsten Spiel gehen, da sich sonst iregndwann alles mögliche aufstaute.

    Was auch lustig ist: So Leute, die alle Achievements haben müssen und auf allen Schwierigkeitsgraden quer durchspielen – das ist aber auch ein Fehler mancher Games, was nervig und unnötig ist. Manchmal sind bestimmte Schwierigkeitsgrade gesperrt. Wer den hohen will und Herausforderung sucht, der könnte doch auch gleich damit einsteigen. Aber dann mehrmals durchspielen. Sind die Spiele wirklich so toll? Glaube die meisten machens nur, weil es irgendwelche Achievements gibt und die darauf scharf sind – und nicht aus eigenem Antriebe. Nein, nein. Lieber aufhören, wenn es langweilig wird. Und nicht weiterspielen um alles mögliche beenden zu können.

    Am besten sind noch immer Spiele ohne Ziele(Minecraft z. B.) und ohne Ende oder Multiplayer-Spiele bei denen man in einzelnen Spielrunden mit und gegen andere spielt. Da hat man keine komischen Vorgaben, Achievements und Ziele, die man erreichen muss und man kann ungezwungen das Spiel genießen. Aufhören, wenn man keine Lust mehr hat. Und später mal wieder einsteigen, wenn man mal meint, anderes langweilt einem und man könnte auf ein älteres Spiel zurückgreifen.

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  3. „Sterben? Who cares.“

    Absolute Zustimmung. Das witzige ist: Bioshock hatte genau die gleiche Mechanik, wenn man stirbt kommt man aus einer Vita Kammer gleich wieder raus. Sowas nimmt einem Spiel doch jeden Reiz. Es wird geradezu albern. Bioshock hat aber trotzdem super Wertungen abkassiert.
    Sicher macht Bioshock auch vieles richtig, aber wenn ein Spiel so nen absoluten Spielverderber drin hat…? Dort haben sie es dann irgendwann nachgepatcht, so dass man die Vita Kammern auch abstellen kann.
    Bei Prey ist es ähnlich, da kommt man beim Tod in eine Geisterwelt, schießt ein paar Geistervögel oder so ab, und taucht dann mit vollem Leben wieder an der gleichen Stelle auf. Hab zuerst immer gedacht der Effekt müsste doch begrenzt sein, aber nein… ist er nicht. God Mode, einfach so.

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  4. @Miew: Ich muss gestehen: Ich habe Bioshock (noch) nicht durchgespielt – vor einiger Zeit mal den ersten Teil angespielt, aber aufgehört. Aber das liegt noch irgendwo rum. Hat mir eigentlich gut gefallen und ich spiele das wohl noch weiter durch, irgendwann mal. Das soll ja wohl eine gute Handlung haben, für ein shooterartiges Game. Das was ich davon gespielt habe gefiel mir auch, in der Hinsicht. Die Atmosphäre war auch gut. Es zählt eben vieles. Ich kann die Wertungen da schon nachvollziehen… manche 90er-Wertungen der Total-War-Reihe dagegen eher nicht. Hängt immer davon ab, ob man es ähnlich sieht, oder der Autor eines Reviews gerade andere Dinge als wichtiger herausstelt, die einem total egal sind.

    Außerdem kann man – selbst wenn der Tod endgültig ist – einfach alle paar Minuten speichern. So mache ich es sowieso immer. Dann kann man immer neu laden, was auch die Härte etwas reduziert. Ich will ja schließlich durchspielen und die Geschichte erleben. Wollte ich einen ultraharten Geschicklichkeitstest, würde ich ein Spiel spielen, was rein darauf ausgelegt ist, ohne Handlung usw., einfach nur kämpfen, schießen, ausweichen usw.

    Man könnte natürlich einbauen, dass man irgendwas verliert – bei Spielen, bei denen man z. B. Geld und/ oder Erfahrung sammelt(RPGs z. B.) Dann könnte man nach dem Tod weiterspielen und es gäbe dennoch einen Anreiz, das Sterben zu vermeiden. Ich selber würde vermutlich aber wieder zurückladen, da ich Angst hätte, dass beim zu vielem Sterben ich zwar bis ans Ende käme, mir aber dann irgendwo was an Erfahrung fehlte und ich irgendwo leveln müsste oder sonstwas – was dann dort hemmt und micht dazu bringt, das Game zur Seite zu legen.

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  5. @Sevie: Bevor ich Crapfuck 8 und Sin & Crapment noch mal anfasse, geht die Welt unter ;) Oder ich muss extrem viel Langeweile haben.

    @Luthandorius: Ich würde jetzt nicht diese Endlos-Spiele als besser bezeichnen. Grundsätzlich einfach, weil mich so was nach kurzer Zeit total langweilt. Ähnlich wie mich dieser Sandbox-Kram wie GTA langweilt. Aber Geschmäcker sind verschieden.

    Und was den Verlust von irgendwas beim Sterben angeht: Das gibt’s bei Dragon Quest. Beim Tod verliert man Geld und startet am letzten Speicherpunkt neu, ohne sonst etwas zu verlieren.

    @Miew: Zu Bioshock kann ich zwar nichts sagen, aber Prey habe ich vor nicht allzu langer Zeit mal kurz angezockt. Prey kann sich bei dem immerhin noch mit dem mystischen Indianerkram rausreden, das in der Konstellation noch halbwegs Sinn ergeben könnte (und versagen kann man dort doch auch, oder nicht?). Bei Section 8 sind das aber einfach Soldaten mit irgendwelchen Kampfanzügen, die nach dem Tod einfach wieder aus dem Einsatzschiff im Orbit gedroppt werden, als wären es immer wieder produzierbare Klonsoldaten. Es ergibt in der Geschichte einfach 0 Sinn. Als würden die Leichen einfach an Bord gebeamt, wiederbelebt und direkt wieder ans Schlachtfeld verfüttert.

    So etwas kann man gut umsetzen (Prey finde ich da gar nicht so schlecht), aber die Jungs von TimeGate konnten es nicht und haben einfach auf voller Linie versagt. Einfach das Konzept aus dem Multiplayer auf den Singleplayer packen kann nicht gut gehen.

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