Angriff der Saiyajin

DBZ Attack of the Saiyans

Dragon Ball Z ist ein Anime, den ich früher sehr gerne geguckt habe und auch heute kann mich Toriyamas Meisterwerk noch in seinen Bann ziehen. Zwar hab ich die Serie seit längerem nicht gesehen, aber auf andere Weise bleibt Dragon Ball doch immer Blickfeld: durch Games. Es gibt unzählige Beat ‚em Ups und auch Vertreter im Action-RPG- bzw. Action-Adventure-Genre. Mit Dragon Ball Z: Attack of the Saiyans erschien 2009 ein RPG im traditionellen Stil. Und wenn man das für unter 10 € knapp ein Jahr später entdeckt, muss man es kaufen. Gesagt, getan, gespielt.

In Dragon Ball Z: Attack of the Saiyans spielt man den Abschnitt der Serie, in dem die Saiyajins die Erde bedrohen. Es startet kurz vor der Landung Radditz‘ und endet mit der Flucht Vegetas. Wer die Serie kennt, der weiß um die Handlung. Wer sie nicht kennt, der wird auch den Titel hier nicht anrühren wollen, es ist eindeutig für Fans der Serie gemacht. Im Laufe des Spiels macht man aber mehr, als nur Radditz zu töten und Vegeta zu verjagen. Zwischen den beiden großen Showdowns steuert man Piccolo, Son-Goku, Son-Gohan, Kuririn (aka Krillin), Yamchu sowie Tenshinhan. Im Grunde ist das Ziel aber immer das gleiche: leveln! Nachdem man Gokus Bruder umgelegt hat, trainiert die gesamte Gruppe, um sich auf die Ankunft der anderen beiden Saiyajins vorzubereiten. Ganz wie im Anime folgt man u.a. Son-Goku über den Schlangenpfad, um zu Meister Kaio zu gelangen, Gohan beim Training mit Piccolo, und Tenshinhan, Chao-Zu und Yamchu bei ihrem Training mit Gott. Allerlei bekannte Gebiete durchläuft man dabei und trifft auch auf bekannte Gesichter, wie z.B. Upa und Meister Quitte.

Alles also nichts besonders Neues. Nichts Neues auch beim Spielerischen: Monolith Soft (u.a. Baten Katios und Xenosaga) hat hier ein absolut traditionelles RPG mit rundenbasierten Zufallskämpfen und viel Gelevel abgeliefert. Mit einem Team von bis zu drei Kämpfern schlachtet man in den Kämpfen selbst diverse Monster (Wölfe, Saurier) und bekannte Gegner (Anhänger der Red-Ribbon-Armee). Dazu stehen einem neben dem obligatorischem Standardangriff auch Superangriffe wie das Kamehameha oder die Destruco Disc und Ultraangriffe wie die Genkidama oder Kaioken zur Verfügung. Beide Arten kosten Ki (quasi die MP), für letztere muss zusätzlich noch die Zornleiste des jeweiligen Charakters durch Austeilen und Einstecken gefüllt werden. Alles in allem eben sehr traditionell. Das Problem bei dem System ist aber einfach, dass man sich mit den Z-Kämpfern viel zu lange an einfachen Gegnern aufhält, die sie normalerweise problemlos zerfetzen könnten. Wer von denen hätte schon mehr als einen Schlag gebraucht, um einen Wolf zu erlegen? Die sonst sehr stimmige Atmosphäre wird dadurch leider extrem gestört.

Problematisch ist auch, dass ständig zwischen sämtlichen Charakteren gewechselt wird. Mal spielt man einen einzelnen, mal zwei oder drei und mal den gesamten Trupp. Dabei spielt man in einigen Konstellationen länger als in anderen, was zu teilweise ziemlich hohen Levelunterschieden führt. Man muss dann zwangsweise wieder eine Runde leveln, um auf ein mehr oder weniger einheitliches Level zu gelangen. Leveln ist in dem Spiel auch einfach nötig. Hat man ein zu niedriges Level, wird man selbst von einfachen Gegnern gnadenlos in den Boden gestampft. Man sammelt zwar durch die Kämpfe Fähigkeitspunkte, mit denen man Super- und Ultraangriffe lernen und verbessern kann, aber selbst die garantieren keinen schnellen Sieg über die leichten Gegner. Es ist im Grunde genauso wie in anderen RPGs, aber hier passt es einfach nicht zum Setting.

Leider ist das nicht der einzige Fehltritt im Spiel. Man sollte meinen, die Zeit schlechter Übersetzungen ist längst vergangen und tatsächlich gibt es die meiste Zeit kaum etwas daran auszusetzen (ganz im Gegensatz zu der zweifelhaften Synchronisation der Serie), allerdings gibt es doch ein paar Fehltritte. So wird im Laufe des Spiels ein Schild (englisch. Sign) als Zeichen übersetzt, was in dem Moment doch sehr fragwürdig erscheint. Aber den klitzekleinen Ausrutscher kann man verzeihen, schlimmer ist es, dass gegen Ende wohl die Umlaute ausgegangen sind, die fehlen nämlich plötzlich komplett. Genauso wird bei den Namen in den Credits von denen im Spiel abgewichen, Kuririn ist plötzlich wieder Krillin und Yamchu ist Yamcha. Da hat man vermutlich die englischen Credits nicht lokalisiert. Verzeiht aber längst nicht die fehlenden Umlaute. Und ß kannten die Übersetzer auch nicht. Wer selbst darüber hinwegsehen kann, den dürften dann aber die völlig unnötig in die Länge gezogenen Dialoge stören. Dauernd erscheint über den Pixelchars ein Icon, was den Gefühlen Ausdruck verleihen soll. Nervig. Unschön sind auch die oft völlig unpassenden Charakterbilder in den Dialogen. An Stellen, wo sie sich freuen sollten, haben sie einen völlig ernsten Gesichtsausdruck, dem Dialog zufolge freuen sie sich aber tatsächlich. Das ist ähnlich bescheuert wie die immerzu unpassende Synchronisation zur Mimik von Krillin in der Serie. Das hätte echt nicht sein müssen.

Tatsächlich ist Dragon Ball Z: Attack of the Saiyans kein wirklich schlechtes Spiel — war auch wohl nicht umsonst auf Platz 3 der Charts in Japan —, aber nach den gespielten 30 Stunden (mit viel Grinding) kann ich es dennoch nicht wirklich empfehlen. Für max. 10 € sicher für Fans ganz nett, aber ansonsten nichts Herausragendes. Und auch für Gegner des Grindings nicht zu empfehlen. Besonders dann, wenn man den Secret Boss herausfordern möchte, reichen Level um 60 nicht aus, um ihm annähernd gewachsen zu sein.

2 Kommentare

  1. Grindinglastige RPGs sind nah an den Wurzeln, zugegeben. Die Aufmachung des Spiels ist ebenfalls nciht von schlechten Eltern. Aber die von dir erwähnten Fehler sind m.E. fast unverzeihlich.

    Kann man das Spiel auch mit englischem Text spielen, wenn man die Systemsprache des DS auf Englisch stellt? Hast du das ggfs. schon ausprobiert?

    Hätte ich momentan nicht jede Menge Spiele auf meinem „Pile of Shame“ (Spiele, die ich zwar gekauft, aber so gut wie gar nicht gespielt habe), würde ich mir das Spiel nämlich zulegen wollen. Vorausgesetzt, es klappt mit der Sprache…

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    • Ja, Englisch ist problemlos möglich, du kannst aber auch im Spiel im Nachhinein zwischen Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch wählen.

      Und gegen Grinding hab ich im Prinzip nichts, ich mach das teilweise sogar recht gerne, aber es passt so gar nicht zu DBZ.

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