Wie sieht die Zukunft der Konsolen aus?

next Gen

Als kleiner Konsolero fragt man sich ja schon, was die nächste Ladung Konsolen bringen wird. Wir haben angefangen mit Pong-Konsolen, es ging hin zu Konsolen mit Spielen auf Modulen, usw. Jede Generation wird etwas verbessert oder führt etwas Neues ein.

Man muss sich nur mal Augen führen, wie sehr sich unsere Spielkonsolen im Laufe der Zeit verändert haben. Früher gab es die schon genannten Pong-Konsolen, auf denen nur das eine Spiel vorhanden war. Heute haben wir fast vollständige Multimedia-Systeme unter dem TV. Kontinuierlich entwickelte sich die Technik hinter unser aller Lieblingshobby weiter. Die Grafik wurde hochauflösender, schafften den Sprung in die dreidimensionale Welt und der Sound wurde pompöser. Reichten früher wenige Kilobyte zum Speichern der Spiele, benötigt man heute teilweise mehrere zehn Gigabyte. Aber nach all diesen Sprüngen, was erwartet uns für die einzig wahre — also nicht die jetzige, die fälschlicherweise dauernd so genannt wurde — next Gen? Was soll da noch kommen?

Beachten wir nur die stationären Konsolen, liegen die nächsten Vertreter ohne Zweifel noch in weiter Ferne; früher als in zwei bis drei Jahren wird das wohl nichts. Aber was sollten die für eine Revolution bieten? Eine Grafikrevolution? Wie sollte die aussehen? Wir haben unlängst den Sprung von 2D zu 3D gesehen. Wir bekommen dank des Hypes auch „echtes“ 3D durch die PlayStation 3 geboten. Aber ist das eine Revolution? Eher ein Aufsprung auf eine Welle, die jeder zu reiten versucht, obwohl sie gar nicht ausgereift genug ist, um all das zu bieten, was an Videospielen Spaß macht. Einfach mal mit Freunden vor einem Spiel zu sitzen und zuzugucken. Zusammen zu zocken, einfach Spaß zu haben, ohne auf technische Probleme achten zu müssen. Der Blickwinkel muss stimmen, die ganze Zeit eine dämliche Brille tragen. That’s Bullshit. Das mag für komplette Einzelgänger akzeptabel sein, aber das wird nicht der große Sprung sein, sofern man die Technik nicht zu 100% ohne Brille nutzen kann, das geht nicht. Auch mit dem 3DS nicht, der zweifelsohne ein riesiger Erfolg wird und 3D in der Bevölkerung etablieren wird. Die anderen Geräte sind dafür einfach zu teuer. Nach HD Ready und Full HD noch weiter an der Auflösungsschraube zu drehen, was passieren wird, wird mit Sicherheit niemand als Revolution sehen.

Die Möglichkeit, die Grafik zu revolutionieren ist also eigentlich nicht gegeben. Können wir neue Steuerungskonzepte erwarten? Wir haben schon den Wechsel von Joysticks, über digitale Steuerkreuze hin zu analogen Controllsticks hinter uns. Dazu das Feedback vom Spiel durch den Rumble-Effekt und noch analoge (Schulter-)Tasten. Das Grundkonzept der Controller ist aber seit der PlayStation-N64-Ära gleich geblieben. Die Revolution brachte in dem Bereich Nintendo mit der erfolgreichen Wiimote, die auf Bewegungen reagiert. Von vielen Belächelt und als Spielzeug abgestempelt, trotzdem will die Konkurrenz auch Profit aus dem Motion-Controlling ziehen und brachten Kinect bzw. Move auf den Markt. Das eine eine, einfach ausgedrückt, erweiterte Version des EyeToy-Konzepts, die den Spieler ins Spiel „teleportiert“ und den gesamten Körper als Controller registriert, das andere in Hybrid aus EyeToy und Wiimote. Was soll uns in dem Bereich nun noch erwarten? Den Schritt, dass vollständig auf Motionkonzepte umgestiegen wird, ist nicht in Sicht, weil es sich für viele Genres nicht eignet. Der klassische Controller ist da nicht wegzudenken. Bleibt bei diesem noch eine Möglichkeit zur Revolution? Ich denke nicht. Ein Touch-Screen vielleicht, aber der Gedanke wirkt irgendwie pervers, an einem Controller mit dem Finger oder einem Stift rumzuwischen. Bietet aber durchaus Potenzial für sinnvolle Nutzung.

Eine Möglichkeit der Revolution wäre auch, die Unterstützung dieser Technik, dass zwei Leute unterschiedliche Bilder auf einem Bildschirm sehen. Das würde dem Offline-Multiplayer wieder einen Schub geben, zugleich müsste die Hardware aber auch alles doppelt berechnen und eben ungleich stärker sein, so man nicht auf seine Grafik verzichten möchte. Auch wäre die Anschaffung eines neuen TV-Geräts notwendig, was die Kosten für den Einzelnen um einfach zu zocken maßgeblich erhöht. Dazu ist das mit Sicherheit weiterhin mit einer Shutterbrille verbunden und auch Kopfhörer wären vermutlich Pflicht, um das Spielerlebnis komplett genießen zu können. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht.

Wird die nächste Generation vielleicht auch einfach nur einen weiteren Schritt in Richtung Media gehen und solche Funktionen erweitern und weiter ergänzen? Ich behaupte immer, dass ein Hybrid aus zwei verschiedenen unterschiedlichen Geräten niemals besser ist, als jeweils zwei Geräte, die auf eine Sache komplett ausgelegt sind, aber die Erweiterung der Multimediafähigkeiten dürfte in Stein gemeißelt sein. Selbst die Wii bietet mit dem BBC iPlayer im Vereinigten Königreich und Netflix die Möglichkeiten des Streamens. Der 3DS soll 3D-Filmvergnügen für Unterwegs bieten. Was liegt da näher, als dass die nächste Nintendo-Konsole dort ansetzen wird? Sony und Microsoft bieten so was auch und dazu noch mehr. Die Box als (HD-)DVD-Player und mit Zune Musik, die PS3 als Blu-ray-Abspielgerät. Da wird definitiv ausgebaut. Es gibt genug Leute, die lieber ein Gerät haben, als zwei oder drei. Und für den Otto Normalverbraucher ohne besondere Ansprüche reicht ein Hybrid auch vollkommen aus. Cineasten und sonstige Technikfreaks werden aber wohl weiterhin auf extra Equipment ausweichen. Aber auch das ist für uns keine Revolution. Revolutionen sollen uns ein neues Spielgefühl geben, dieses intensiver gestalten oder den Zugang erleichtern.

Es wird oft gemunkelt, die nächste Generation setze komplett auf den digitalen Vertrieb. Das wäre in grober Fehler sondergleichen. Wäre das Netz flächendeckend ausgebaut, ließe sich da vielleicht drüber reden, aber auch so gibt es immer noch sehr viele Leute, die nicht auf Spiel verzichten wollen, dass sie tatsächlich besitzen und nicht nur als Einsen und Nullen auf einer Festplatte, immer abhängig vom Anbieter, sollte ich es neu runterladen wollen. Mit der PSP Go hat Sony bewiesen, dass die Zielgruppe dafür nicht bereit ist, obwohl die schwachsinnige Preispolitik auch zum Misserfolg beigetragen hat. Grundsätzlich möchten aber viele unabhängig vom Anbieter ihre Games zocken, vermutlich werden wir aber um den immer stärkeren Onlinezwang auch bei Konsolen nicht herumkommen. Was dann auch dazu führt, dass man Konsole und PC kaum noch zu trennen braucht. Allein mit den Patches und Installationen auf 360 und PS3 hat man einen Weg gewählt, der völlig im Gegensatz zum einfachen Konzept des Einlegens und Losspielens steht. In anderer Hinsicht führt die Patchmöglichkeit auch dazu, dass Bugfeste auch auf den PC erscheinen können, um im Nachhinein auszubessern, der Nutzer also für den Beta-Test bezahlt und, wenn er Glück hat, irgendwann sein fertiges Produkt durch ein Update erhält.

Es ist kein Wunder, dass sich keiner der drei Großen jetzt schon daran denkt, die next Gen einzuläuten, können wir doch nur mehr vom Gleichen erwarten. Hier und dort verbessert, wie es bei der Spielesoftware seit Jahren gang und gäbe ist. Im Grunde sind es Kleinigkeiten, die man ändern kann, aber nichts mehr, was wirklich überraschend wäre, sofern niemand mit einer Virtual Reality aufwarten können möchte und das auch nur im Ansatz schafft. Revolutionieren wird sich wohl nur der Preis. Hochauflösendere Spiele heißt im selben Atemzug auch im Grunde, dass die Entwicklungskosten steigen. Man muss also immer mehr Einheiten absetzen, um seine Ziele zu erreichen oder den Preis anziehen. Ein Preis, der seit Jahren die immer gleiche Klasse hatte und dessen gleichbleiben seine Auswirkungen zeigt. Games sehen besser aus, gespart wird an anderen Stellen. Ein Sequel nach dem anderen erscheint, ein DLC folgt dem nächsten, um seinen Umsatz zu steigern und seine Gewinne zu maximieren. Das wird sich fortsetzen, das wird der Spieler immer mehr zu spüren bekommen. Echte Revolutionen bleiben aus. Oder? Die Frage bleibt bestehen:

Wie sieht die Zukunft der Konsolen aus?

5 Kommentare

  1. Ich finde es irgendwie unpassend, das du die Möglichkeit des Patchens auf XBox 360 und PS3 so herunterspielst, das der Endnutzer als Beta Tester missbraucht wird und mit Glück ein vollständiges Spiel erhält, wenn der Entwickler denn Lust hat nachzubessern.
    Die >>Möglichkeit<< nachzupatchen ist ja eigentlich nur ein Nebeneffekt von diesem ganzen DLC Gedöns. Aber eigentlich ein positivier Nebeneffekt, denn kein Entwickler liefert freiwillig ein unfertiges oder Bug-Verseuchtes Spiel aus. (Die Publisher sind die Bösen :P)
    Das es auch auf Konsolen zu Bugs kommt ist nichts neues, das gabs ja schon bei Castlevania auf dem NES (oder wars der SNES? Dunno…) nur konnte man damals eben nicht nachbessern. Und da durch die Online-Welt bzw. den PC das nachpatchen bei Fehlern eigentlich zur Norm geworden ist, will man sich die blöße auf einer Konsole eben nicht geben.

    Es ist kein Wunder, dass sich keiner der drei Großen jetzt schon daran denkt, die next Gen einzuläuten, können wir doch nur mehr vom Gleichen erwarten.

    Hierzu würde ich gerne mal meine Vermutung äußern:
    Alle dreiß großen haben gerade ein Eisen im Feuer, bzw ihre neue Hardware auf den Markt geworfen. Microsoft mit Kinect, Sony mit Move und Nintendo bringt demnächst den 3DS raus. Das sie vermutlich still und heimlich schon an Zusatzhardware X für die XBox 360, weiteren Erweiterungen Y für die PS3 oder einer neuen Konsole Z bei Nintendo arbeiten, davon bin ich recht überzeugt. Aber wirtschaftlich gesehen, gibt es wohl nichts dämlicheres, als das nun öffentlich zu machen, wo sie erst neue Hardware für die bereits bestehende Konsole rausgehauen haben.
    Alles eine Frage des Geldes. :>

    greez Web

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    • Dass sie an neuen Geräten arbeiten, ist kein Geheimnis, damit wird in so ziemlich allen Fällen schon mit oder gar vor dem Release der Vorgänger-Konsole begonnen. Nintendo wird meines Erachtens auch als erstes eine neue Konsole auf den Markt bringen und Sony als letztes, aber das nur so nebenbei. Move und Kinect werden an der Lebensdauer aber nichts großartig ändern.

      Was die Patches angeht. Mir ist es als Verbraucher egal, ob der Entwickler die Schuld für unfertige Software trägt oder der Publisher. Ich will für mein Geld ein Produkt, dass ich so wie ich es gekauft habe, vollständig nutzen kann. Zu Gran Turismo 5 stand schon zum Release ein Patch zur Verfügung, ohne den man den Online-Modus nicht nutzen kann. Tolle neue Welt. Entwickler sollen sich die Zeit nehmen, ihr Spiel so zu gestalten, wie sie es wollen, sie sollen sich die Zeit nehmen, es ausführlich zu testen. Die Publisher setzen die Deadlines doch nur so knapp, weil sie wissen, man kann es auch später noch ausbessern. Das ist kein Fortschritt, das ist ein Rückschritt und für den Verbraucher zum Nachteil ausgelegt durch die Verwendungsmethode, für die sie missbraucht wird: Unfertige Produkte veröffentlichen. So etwas widerspricht einfach meinem Verständnis von Konsolen.

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      • Die Publisher setzen die Deadlines doch nur so knapp, weil sie wissen, man kann es auch später noch ausbessern.

        Das ist doch totaler quatsch.
        Erstmal, klar es geht immer nur um Geld, deswegen werde Deadlines so befristet, das es am Kosteneffektivsten ist. Aber zu sagen „Leute ihr habt für Spiel xy 2 Jahre Entwicklungszeit geplant, ihr kriegt aber nur 1,5, wenn irgendwelche Bugs drin sind, dann könnt ihr ja nachpatchen!“.
        Das ist Müll, denn ein Spiel mit Bugs, wird sich sicher schlechter verkaufen und ja, das kommt auch vor Release raus, durch Presseversionen. Außerdem hat meißt der Publisher die Rechte am Spiel, d.h. er verdient das Geld damit. Wenn das Spiel veröffentlicht ist, dann hat der Entwickler quasi keine vertraglichen Pflichten oder Rechte mehr damit zu tun, es sei denn da is noch was festgelegt. Soll aber heißen, wenn tatsächlich mal ein gravierender Bug zum vorschein kommt, der in der Testphase nicht aufgefallen ist, dann muss der Publisher dem Entwickler wieder Geld in den Hintern schieben, damit dieser nachbessert. (Auch hier vertragliche Klauseln mal ausgenommen)

        greez Web

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        • Wenn die Möglichkeit zum Patchen also gar keine Auswirkung darauf hat, erklär mir Fehltritte wie z.B. Gothic 3, das dazugehörige Addon, die absolut miese PC-Portierung von GTA IV. Das sind zwar PC-Games, aber auch Paradebeispiele. Games zu veröffentlichen, die offensichtlich grobe Fehler enthalten und noch vor Release hätten ausgebessert werden können, bestätigt nur meine Annahme der Situation. Der schon genannte Patch für GT5 ist auch ein schönes Beispiel und es ist auch schon der nächste angekündigt, der weitere Einstellmöglichkeiten mitbringt. Ohne Patchmöglichkeit, hätten man den Release nach hinten schieben müssen, damit sich die Entwickler die Zeit nehmen können, ihr Spiel fertigzustellen.

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  2. Ich glaube, die nächste Konsolengeneration ist gar nicht mal so weit entfernt. In letzter Zeit häufen sich die Hiobsbotschaften, dass die Wii in einem Absatztief wäre – außerdem die wachsende Bedrängnis der Hauptzielgruppe der Wii durch andere Motion-Steuerungen –, da wird Nintendo nicht mehr allzu lange warten, zumal sie den 3DS ja auch auf den Markt werfen, obwohl der DS und seine Standard-Games sich noch gut verkaufen. Ich bin gespannt, wie die Bilanz der Weihnachtsverkäufe aussieht, viele scheinen sich ja tatsächlich von Microsofts Kinect einlullen haben lassen.

    Zur nächsten Generation: Nintendo wird sicher wieder irgendeine Überraschung aus dem Hut zaubern, sie haben ja mit den letzten Konsolen gezeigt, dass sie damit erfolgreich sind. Dass man dafür einen 3D-TV benötigen wird, bezweifle ich noch; aber zumindest HD sollte schon endlich mal drin sein. Sony und Microsoft werden ihre Bewegungscontroller ausbauen (sollten sie in dieser Gen noch Erfolg haben) und von Anfang an versuchen, zwei Zielgruppen anzusprechen. Auch durch mehr Multimedia, wie du schon sagst, da werden sie sich wohl auch an Apples Erfolg orientieren müssen. Ich rechne zudem mit einem weiteren kleinen Sprung Richtung fotorealistische Grafik, ein Schritt wie vom SNES zum N64 wirds zwar nicht werden, aber Details machen dann sicher den Unterschied.

    An ausschließlich digitale Vertriebswege glaube ich auch noch nicht; Sony hat den Flopp mit der Go gehabt, Nintendo wäre zu so etwas gar nicht fähig und Microsoft … bei denen könnt ichs mir noch am ehesten vorstellen.

    Ich bin jedenfalls gespannt, vielleicht bringt ja die nächste E3 schon Licht ins Dunkel :D

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