Die Games und ich: Ein Rückblick – Part 5: Nintendos Wii

Wii

Zeit Die Games und ich zu erweitern. Dieses Mal geht es um eine Konsole, die auf meiner persönlichen Konsolenrangliste des Öfteren Plätze verliert und wieder gut macht: Die Wii. Und eigentlich ist es in dem Sinne auch kein Rückblick, schließlich ist die Konsole nach wie vor aktuell.

Ich hab die Geschichte, wie ich an meine Wii gekommen bin, schon eine gefühlte Zentillion Mal erzählt, aber das hält mich absolut nicht davon ab, sie noch einmal für alle zu erzählen, die sie nicht kennen. Wie vermutlich jeder direkt aus dem Stegreif weiß, erschien die Wii am Freitag, dem 8. Dezember 2006, in unserem schnöden Europa. Obwohl ich mich zuerst nie wirklich um Nintendos angekündigte Revolution gekümmert hatte, wuchs mit voranschreitender Nähe zum Releasedatum das Interesse an der Konsole. So sollte der kleine weiße Kasten die erste Konsole werden, die ich mir zum Release kaufte. Nun gut, fast. Da ich auch am Tag des Releases anderweitige Verpflichtungen hatte (curse you, Arbeitsamt!), konnte ich selbst nicht stundenlang in unserer Weltmetropole vor dem einzigen Laden stehen, der das Gerät im Sortiment haben sollte. Mein Bruder bot sich aber an, sich umzuschauen. Große Hoffnung war bei mir nicht vorhanden, da er eigentlich ja auch arbeiten musste und so im Prinzip überhaupt keine Zeit hatte, für mich shoppen zu gehen. So kam es, wie es kommen musste: Ich stand am 08.12.06 ohne Wii da! Die beiden darauf folgenden Tage ebenfalls.

In der Zeitung am Montag, dem 11.12.06, fand sich aber ein Prospekt eines Ladens, der ein paar Kilometer entfernt war. Dort wurde großkotzig herausposaunt, dass man die Wii im Sortiment habe. Normalerweise hätte ich mich nicht darum kümmern können, da ich den Tag nicht frei hatte. Hat es mich gestört? Nein! Also dort angerufen und gefragt, ob die tatsächlich noch verfügbar ist. Der Typ am Telefon sagte mir dann, es ist noch eine vorhanden. EINE! Die Frage, ob man die zurücklegen könnte, bis ich da bin, wurde verneint. DAMMIT! Also hab ich Mutter so lange belabert, bis sie aufgehört hat, die Zeitung zu lesen und zu frühstücken, sodass man das Auto in Bewegung setzen konnte. Wenn ich so zurückblicke, war das schon eine nette Geste von ihr, wenn man bedenkt, dass ich den Tag blau gemacht habe… Jedenfalls hab ich auf dem Weg zum Geschäft die ganze Zeit gehofft, dass mir keiner zuvorkommt. Dort angekommen war die Freude groß als ich auf Nachfrage erfuhr, in welchem Regal die letzte Konsole liegt und ich sie mir schnappen konnte. Leider wurde mir ein Dämpfer verpasst, als ich auch noch Twilight Princess mitnehmen wollte. Das gab es nicht. Ausverkauft. Schweine! Aber egal, die Freude überwog. Und so ging in grinsend zur Kasse und noch grinsender aus dem Laden wieder raus. Wieder Zuhause hab ich die Wii ausgepackt, aufgebaut und voller Elan Wii Sports gezockt. Ich war erstaunt, wie gut die Steuerung funktionierte und zockte endlose Stunden am Stück, beklagte mich am nächsten Tag aber über Muskelkater, weil ich es etwas übertrieben hatte…

Auch heute bin ich immer noch erstaunt, wie gut manch Entwickler die Steuerung umsetzen kann, bin aber auch genauso entsetzt, wenn ich sehe, wie zwingend die Bewegungssteuerung eingesetzt wird, nur weil man es kann. Ist manchmal schon etwas traurig, wie dann aus richtig guten Ideen schlechte Games werden, weil Entwickler die Steuerung nicht vernünftig auf die Reihe bekommen. Ganz fatal ist so was dann bei Titeln, die sich äußerst schlecht spielen lassen. Genannt seien da mal Dragon Quest Swords und Far Cry Vengeance als schlimmste Negativ-Beispiele aus meiner Sammlung. Aber natürlich gibt es ebenso richtig gute Beispiele, die erst durch die Steuerung ihr gesamtes Potenzial entfalten. Nennenswert sind in dem Zusammenhang u.a. Excite Truck, Boom Blox, LostWinds und Equilibiro. Teilweise sind das Konzepte, die ohne die Wiimote gar keinen Spaß machen würden. Oder würde jemand Boom Blox mit einem normalen Controller steuern wollen? Ich denke nicht.

Neben den schlechten und guten Spielen gibt es naturgemäß auch solche, die sich dazwischen einordnen. In dem Bereich ist Twilight Princess für mich eines davon. Klar, es ist ein super Game, das auch noch großartig aussieht, aber die Motesteuerung wirkt aufgesetzt und unpassend. Alles nur, weil man zwingend das Game zum Release verkaufen wollte. Etwas schade. Aber als Systemseller braucht man das halt. Bis heute habe ich TP leider nicht durchgezockt, weil es mich einfach nicht mitreißt und die Steuerung so aufgesetzt wird… Da ging es mir bei Wind Waker doch gänzlich anders. Ich bin mal gespannt, wie es mir beim neuen Skyward Sword gehen wird.

Nicht ganz so aufgesetzt wie bei Twilight Princess wirkt die Steuerung bei Red Steel. Das Game fand ich schon zur Ankündigung so interessant, dass klar war, es wird eines der ersten gekauften Spiele werden. Es wurde dann auch das erste, weil TP ständig überall ausverkauft war. Red Steel ist auch im Grunde sehr spaßig und interessant, kränkelt aber an der Steuerung. Während die Shooterpassagen gut spielbar sind, können die Schwertkämpfe doch sehr frustrierend sein. Der Grund, warum ich auch dieses Spiel bis heute nicht beendet habe.

Ich hab nach fast vier Jahren Wii mit 36 Wii-, 11 WiiWare- und vier Virtual-Console-Games nicht die Masse an Spielen und mir fehlen noch unheimlich viele interessante Titel, aber ich möchte meinen, ich hab bisher genügend darauf gezockt um zu behaupten, das Ding ist eine sehr gute Konsole. Klar, sie hat hier und dort Macken, die mehr oder weniger stark nerven, wie z.B. die Freundescodes und die nervigen Updates, die nichts Neues bringen, aber als reine Spielkonsole ist sie wunderbar. Ich brauch keine Multimediafähigkeiten, ich brauche kein HD, ich will nur zocken. Das ermöglicht mir die Wii zweifelsohne relativ problemlos. Und da sich die Entwickler bei der Wii dank fehlender HD-Fähigkeit weniger auf Grafik und mehr auf Gameplay und Co. kümmern müssen, kommen dabei einige sehr geniale Games bei rum. Ich möchte weder Muramasa, noch Little King’s Story oder Monster Hunter Tri missen. Letzteres mag kein gutes Beispiel sein, aber die ersten beiden bieten einen so schönen Grafikstil und eine unglaubliche Spieltiefe, dass so manches HD-Game im Boden versinken sollte.

Das klingt jetzt für den ein oder anderen sicher nach Fanboy, aber wer schon länger mitliest, der weiß, ich bin auch nicht darum verlegen, die Schwächen der Wii darzustellen und offensichtliche Fehler anzuprangern, aber meine Erfahrung — und um nichts anderes geht es hier — ist alles in allem doch sehr positiv.

3 Kommentare

  1. Hehe, bei mir war das ähnlich. War im Media Markt um Weihnachtsgeschenke einzukaufen und haben dort einsam und alleine eine Wii stehen sehen. Die Letzte der ersten Lieferungswelle. Haben sie uns zurücklegen lassen, sind Geld holen gefahren, zurück und mitgenommen. Alle haben sehr neidisch geguckt, als wir das Ding aus dem Markt getragen haben :D

    Red Steel hab ich mir auch dazu geholt. Mir hats eigentlich ganz gut gefallen, aber an der ein oder anderen Stelle war die Bewegungssteuerung nicht so genau, was oft hat Frust aufkommen lassen. Außerdem schien der Schwertkampf delays zu haben, so das man öfters mal was ins Gesicht gekriegt hat. Die Story hat mich dann irgendwann auch nicht mehr gepackt, so das ich es auch nie zuende gespielt habe.

    greez Web

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    • Bei Red Steel hängt’s bei mir am letzten Schwertkampf. Ist dann schon etwas ärgerlich, wenn man wegen der verkorksten Steuerung das Game nicht beendet hat bzw. es nicht kann.

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  2. Die Wii war eine der wenigen Nintendo-Konsolen der letzten Jahre, die ich nicht zum Release gekauft habe, obwohl ich die Ankündigung und das alles gebannt mitverfolgt hatte. Erst eine Runde Wii Sports Tennis auf der GC 2007 überzeugte mich und dann lag das Ding eben ein Jahr nach Release unterm Weihnachtsbaum. Der Prozentsatz an wirklich großartigen Wii-Spielen in meiner Sammlung ist zwar kleiner als der der gelungenen 360-Spiele, aber bereut habe ich den Kauf nie. Dafür sind so Games wie Twilight Princess und beide SMGs einfach zu umwerfend.

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