Fremdartige Scheiße

Ich hatte die Nacht solche Langeweile, dass ich was kurzweiliges zum Zocken wollte. Da ich aber keine Lust hatte, mich vom PC zu entfernen, bin ich böse gewesen und habe geguckt, ob Steam was Günstiges im Angebot hat… Schlagt mich dafür. Ich hab es oft erwähnt, ich mag das Ding nicht, aber bei 2,49 € für einen Third-Person-Shooter… Das war es mir wert, da ich dafür nicht aufstehen musste. Und weil ich so böse war, wurde ich bestraft. Ich habe mir Foreign Legion: Buckets of Blood gekauft, was um 50% momentan reduziert ist, und bekommen habe ich einen Haufen Müll.

Das Game ist also ein Third-Person-Shooter, der blutig sein soll, daher auch der Untertitel Buckets of Blood. Optisch hat es mich ziemlich an die Lego-Games erinnert, mit den kantigen Figuren und detailarmen Kulissen. Nichts Schlimmes. Und ich dachte, bei dem Preis kann ich nichts falsch machen. Kurze Zeit später sollte sich herausstellen, ich irrte.

Eine Story gibt es im Prinzip nicht, man ist einfach eine Ein-Mann-Armee, die bestimmte Vorgaben erfüllen muss und hangelt sich so von Mission zu Mission. Level trifft es eigentlich eher. Mission würde vermuten lassen, man macht was hoch Anspruchsvolles. In den ersten Levels verteidigt man eine Pipeline, ein Gebäude und einen Bus vor Terroristen. In den anderen drei Levels muss man zehn Minuten überleben. Wahnsinniger Umfang und hochspannend. Um sich gegen die bösen, bösen Terroristen zu wehren gibt es die typischen Shooter-Waffen: u.a. Pistole, M4, Minigun und RPG. Dazu darf man seinen Elite-Anti-Terroristen auch optisch anpassen. Wer es braucht.

Im Grunde ist das Game eine Highscorejagd und bietet kaum Substanz. Ich bin nachts, wenn ich einfach blöde ballern will, sicher nicht anspruchsvoll, und da hat Foreign Legion schon einen gewissen Unterhaltungswert, aber wenn man seine eigene nächtliche Niveaulosigkeit ausblendet und sich das Ding anschaut… Stumpfes, mittelmäßiges Geballer. Der Umfang ist durchaus als mies zu bezeichnen mit gut zehn Minuten pro Level und auch sonst gewinnt das Ding keinen Blumentopf — nicht einmal einen Klumpen Erde.

Grafisch ist es, wie eingangs erwähnt, nicht herausragend, stört mich eigentlich nie, es wirkt aber schon verdammt trostlos. Da scheinen die Entwickler den Fokus komplett aufs Gesplatter legen zu wollen. Soundtechnisch klingen die Waffen stumpf und ansonsten gibt es eigentlich kaum Sounds. Hintergrundmusik in den Levels ist nicht. War das Budget wohl ausgeschöpft. Steuerung funktioniert Shooter-typisch; was will man da auf dem PC groß falsch machen? Außer dass man hier nur bis zu einem bestimmten Winkel nach unten zielen kann…

Gute 70 Minuten hab ich gebraucht, alle sechs Level durchzuspielen und damit das siebte Bonuslevel freizuschalten, was lediglich ein schon gespieltes mit leichten Skinveränderungen war. Da auch noch acht Minuten verschwendet und nun werde ich das Spiel nie wieder anrühren. Ein tolles Beispiel, dass nicht alles, wo Indie draufsteht, auch gut ist. Da kann ich den Entwicklern nur sagen: „Sie sind ihre Zielsetzung gescheitert.“ (Ist übrigens der einzige mir aufgefallene Schnitzer in der Übersetzung).

3 Kommentare

  1. Da bekommt man ja Augenkrebs oder Hodenmumps oder schlimemres… bäh. Es gibt Spiele, für die sollte man als Spieler Schmerzensgeld verlangen, oder?

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